Wie Sie Öffentlichkeiten über Newsletter erreichen

Von | Kategorie: Public Relations
Briefkasten

Bildquelle: © istockphoto – ralfgosch

Sein Unternehmen in einer führenden Wirtschafts-Zeitung wieder zu finden, ist für einige Presseleute das Höchste aller Ziele. Denkbar schwierig ist es allerdings, Gnade vor der Redaktion zu finden. Leichter ist der Zugang dagegen über Newsletter. Kaum ein Thema, für das nicht ein Newsletter existiert.

Da Newsletter in der Regel unentgeltlich erstellt werden und der Aufwand für das Texten nicht unerheblich ist, sind Beiträge anderer Autoren, die ebenfalls kostenfrei schreiben, häufig gern gesehen.

Um so erstaunlicher ist es, wie wenig Unternehmen davon Gebrauch machen, über diesen Kanal eine qualifizierte Öffentlichkeit zu informieren. Denn noch immer gilt: mehr Glaubwürdigkeit erhält ein Unternehmen, wenn andere über es schreiben.

Die ADENION GmbH jedenfalls hat es begriffen. Ihr Hauptprodukt sind Partner-Programm-Dienstleistungen. Quasi vorgelagert ist ein Buch, das die Adenion GmbH selbst herausgibt und vertreibt. Vor ein paar Tagen erhielt ich folgendes Schreiben:

Hallo Herr Büttner,

Ich würde Sie gerne für ein Thema begeistern, welches derzeit im E-Business von grossem Interesse ist. “Affiliate Partnerschaften als virtuelle strategische Allianzen im Internet”.

Affiliate Programme (Partnerprogramme) sind zwar inzwischen auch in Deutschand recht verbreitet, dennoch gibt es bisher nur wenige Ansätze und Herangehensweisen, um Affiliate Marketing als strategisches Business- Instrument einzusetzen.

Da dieses Thema vor allem im mittelständischen Bereich von hoher Relevanz ist, würden wir Ihnen gerne einen redaktionellen Beitrag für Ihren Newsletter bzw. Ihr Online Forum anbieten.

Die Marketingleiterin hat sich kundig gemacht, welche Medien für das Thema in Frage kommen und zielgenau offenbar nur die angesprochen, für die das Thema wirklich relevant ist. Und keine Frage: das Thema ist für Online-Marketer wirklich relevant. Selbst wenn wir den Artikel “nur” als Quelle nutzen, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Firma als Beispiel für Dienstleistungen im Partner-Programm-Bereich erwähnt. Bingo! Teilziel erreicht.

Man kann es aber nicht oft genug und deutlich sagen: Presse- Arbeit bedeutet Arbeit, heisst Auswahl, zielgruppengerechtes Aufbereiten der Texte und die Frage: wen interessiert mein Thema? (Treten Sie mal einen Schritt zurück: Wenn Ihr Mitbewerber versuchen würde, das Thema in die Medien zu bekommen, wäre es für Sie auch noch ein interessantes Thema?) Nur, weil es einfach ist, über das Internet tausende von Redaktionen per E-Mail zu erreichen, versuchen sollten Sie so etwas nicht. Es sei denn, Ihre Erfolgsstrategie besteht darin, durch Negativ-Schlagzeilen nach dem Motto “Any news is good news” aufzufallen.

Gern genommen werden natürlich Artikel die ein Problem aufzeigen und dann auch eine befriedigende Lösung anbieten können.

Hier kommen die absolut notwendigen Punkte, wenn Sie einen Artikel platzieren wollen:

1. Es muss einen Grund für den Artikel geben. Sie brauchen einen Aufhänger.

2. Das Publikum. Für wen ist der Text? Gesetzgeber, Meinungsmacher, Kunden, Interessenten, Verkäufer, Spender, Investoren …?

3. Formulieren Sie eine mögliche Problemstellung für die Leser, die durch den Artikel gelöst oder teilweise gelöst werden kann.

Welche Erfolge lassen sich wo erzielen?

Es gibt zwei Arten von Newslettern. Die web-basierten und die e- mail-gestützten. Die rein e-mail-veröffentlichten Newsletter liefern nach meinen Erfahrungen tendenziell schnellere Ergebnisse.

Web-basierte Newsletter veröffentlichen ihre Lang-Texte auf der Website. Lediglich der Hinweis auf den oder die neuen Artikel mit Link wird per E-Mail-Newsletter verschickt. Diese Form der Newsletter liefern zwar erfahrungsgemäss langsamere Ergebnisse, aber wirken durch ihre längere Verfügbarkeit und Ansprechbarkeit über Suchmaschinen auch länger.

E-Zines

Verbringen Sie eine zeitlang mit dem Vergleich konkurrierender E- Zines, lernen Sie deren Themen und Stile kennen.

Versuchen Sie herauszufinden, wie viele Autoren bzw. Redakteure für das Magazin arbeiten. Je weniger dafür zuständig sind, desto grösser ist die Chance, dass Sie einen Artikel, der zielgruppengerecht und im Stile des Newsletters geschrieben ist, unterbringen können.

Lassen Sie sich eventuelle Zugriffs-Statistiken oder Abonnenten-Zahlen nennen. Entscheiden Sie aber nicht alleine nach der Zahl. Ein Newsletter mit 150 Abonnenten, der sich an hochkarätige Investoren richtet, kann erfolgreich sein, wenn es genau das Thema trifft. Ein ähnliches Magazin mit 15.000 Abonnenten, aber an eine generell an Finanzthemen interessierte Zielgruppe gerichtet, kann möglicherweise weniger ausrichten.

Nehmen Sie Kontakt auf

Bevor Sie Texte schicken, ist es sinnvoll, die Herausgeber oder Redakteure zu kontaktieren. Meist ist ein kurzer Telefonanruf sinnvoller als eine E-Mail, um abzuklären, ob überhaupt ein Interesse vorgeschlagenen Thema besteht.

Wann ist es sinnvoll, eine Pressemitteilung statt eines Artikels zu schicken?

Gibt es eine gut ausgestattete Redaktion, die den Ehrgeiz hat, eigens recherchierte Artikel zu veröffentlichen, kann es sinn- voll sein, statt eines Artikels eine Pressemitteilung zu schicken, die ein paar Leerstellen lässt, so dass interessierte Journalisten nachfragen können und sollen.

Wenn diese Journalisten Sie anrufen oder anschreiben, haben Sie nämlich noch ein paar Details in der Hinterhand, die der Journalist dann einarbeiten kann. So wird aus Ihrer Pressemitteilung flugs ein von einem Journalisten formulierter Artikel.

Nach der Veröffentlichung rufen Sie den Autoren an und bedanken sich für den Artikel. Wenn es keine wirklich falschen Aussagen gibt, halten Sie sich mit Kommentaren zurück, dass Ihnen oder Ihrem Boss ein Zitat untergejubelt wurde oder ein Aspekt Ihres Unternehmens zu wenig betont wurde. Wenn die Grundtendenz stimmt, haben Sie Ihr Ziel erreicht.

Fragen Sie nach, ob der Journalist an dem Themenkreis noch weiter Interesse hat. Liefern Sie ihm regelmässig ein paar Hinweise auf weitere Quellen, interessante Studien oder Statistiken. Dieses Material muss absolut gar nichts mit Ihrem Unternehmen zu tun haben. Die Gründe für dieses Vorgehen sind einfach: Sie bauen eine Beziehung zu einem Journalisten auf. Er weiss, dass Sie ihm für seine Arbeit hilfreiches Material schicken, er bekommt ein tieferes Verständnis für Ihr Thema. Und was glauben Sie, bedeutet das für Folgeartikel?

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