Wie Sie die richtige Preissuchmaschine für Ihr Unternehmen finden

Von | Kategorie: Suchmaschinenmarketing
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Bildquelle ©istockphoto – fasching

Besucher, die über eine Preissuchmaschine auf Ihrer Webseite landen, sind als äußert kaufbereit einzustufen. Das beste Argument also für Sie als Shopbetreiber, Ihre Shopdaten bei Preissuchmaschinen einzuspeisen. Doch welche Preissuchmaschine ist für Sie am besten geeignet? Die Entscheidung fällt nicht leicht, weil es eine ganze Reihe von Kriterien gegeneinander abzuwägen gilt.

Zum Beispiel: welche der vielen Preisvergleichs-Portale ist das zugkräftigste für Ihr Sortiment? Welches Portal hat die größte Reichweite und bringt Ihnen damit die meisten Besucher? Auch ist die Frage nach den entstehenden Kosten und dem zeitlichen und technischen Aufwand für die regelmäßige Aktualisierung Ihrer Shopdaten zu stellen.

Bleiben wir zuerst bei dem Thema Zugkräftigkeit. Was definiert ein Preissuchportal als zugkräftig?

Zahl der Community-Mitglieder?

Viele Portale werben in Ihrer Selbstdarstellung mit der Zahl der “Community-Mitglieder”, mit den Nutzern also, die sich dort registriert haben, um das Portal zu nutzen und sich eventuell in spezieller Weise mit den Werten und dem Image eines Portals und den vertretenen Nutzern zu identifizieren. Ein Beispiel hierfür ist dooyoo.de, welches sich selbst eher als “Social-Shopping”- Plattform einordnet und überdurchschnittlich viele Bewertungen und Erfahrungs- und Testberichte von Mitgliedern bietet.

Zahl der angeschlossenen Händler?

Vielen Verbrauchern ist bewusst, dass jedes Preissuchportal meist nur die Angebote der angeschlossenen Händler anzeigen kann, und weiten ihre Suche daher auf mehrere Preissuchmaschinen aus, um sicher zu gehen, den besten Preis für das gewünschte Produkt zu finden.

Für Sie als Händler kann es jedoch erst recht interessant sein, Ihre Produkte in einem Portal anzubieten, welches eine kleinere Anzahl von Händlern im entsprechenden Segment hat, so dass Sie von den Website-Besuchern – trotz Ihres möglicherweise höheren Preises – noch wahrgenommen werden. Haben Sie in einem Portal zu viel Konkurrenz, landen Sie eventuell auf den hinteren Seiten und sind mit Ihrem Angebot weniger sichtbar. In diesem Fall empfehlen sich Preis-Recherchen über die Produkte, welche Sie selber im Sortiment haben, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Die Zahl der angeschlossenen Shops ist jedoch ein heikles Kriterium, weil einige Preissuchmaschinen die über Pauschalverträge eingebundenen Shops aus Marktplätzen wie Tradoria, Yatego oder Amazon Marketplace einrechnen, andere wiederum diese außen vor lassen.

Zahl der Preise?

Eine hohe Anzahl “der Preise”, mit welcher ein Preissuchportal wirbt, soll dem Verbraucher signalisieren: hier findest du so gut wie jedes Produkt – und dazu höchstwahrscheinlich eine auswahlfähige Menge an Angeboten. Ferner symbolisiert diese Angabe das Potenzial an möglichen Treffern, die das Portal insgesamt erzielt, was für Händler für die Platzierung einer Werbung in Betracht gezogen wird.

Zahl der “Unique Visitors”?

Die Zahl der individuellen Besucher (unique visitor) ist nun die wirklich “harte” Zahl, um die Reichweite und die Marktgröße eines Internetportals zu messen. Unique Visitor – auch gleichbedeutend mit “Unique User” gibt die Zahl unterschiedlicher Besucher einer Website innerhalb einer bestimmten Periode (in der Regel pro Monat) an. Mehrere Besuche desselben Nutzers werden dabei nur einmalig berücksichtigt.

Die aktuellen Zahlen im Überblick

Nicht nur die Zahl der Unique Visits – sondern auch andere (belastbare) Zahlen sind oft schwierig miteinander zu vergleichen. Der Hauptgrund: die Bezugsgrößen variieren. So sprechen die einen von “Unique Visitors” andere von “monatlichen Besuchen” (nicht Besuchern!).

Tabelle-Preissuchmaschinen

Bildrechte © onlinemarketingpraxis.de

Diese Zahlen scheinen ein objektives Bild zu vermitteln. Doch die Statistik trügt, wenn Sie tiefer schauen:

 

Das Ranking bei Google

Machen wir uns nichts vor: Das vermutlich stärkste Argument bei der Auswahl einer Preissuche ist deren gute “Sichtbarkeit” in den Ergebnissen der Suchmaschinen – insbesondere  derer von Google. Google beherrscht den Markt weltweit – in Deutschland hat der Konzern mehr als 90 Prozent Marktanteil bei Suchanfragen.

Im Klartext bedeutet dies, dass eine Preissuche vermutlich über 90% der Fälle primär über eine Google-Suche initiiert wird. Der Nutzer “googelt” in der Regel den Produktnamen und eventuell noch das Suchwort “kaufen”, “Preis” oder “Preisvergleich”. Die dann angezeigten Treffer bezüglich der Preisssuchmaschinen auf den ersten ein bis zwei Google-Seiten werden dann vermutlich von der Mehrzahl der Nutzer aufgerufen. Preisvergleiche, die hingegen erst auf Seiten drei, vier oder noch später gefunden werden können, verlieren nahezu jede Bedeutung: Laut einer Studie der Cornell University erhalten die Top 3 Suchergebnisse bei Google 79 Prozent der Klicks.

Darüber hinaus stehen Vorwürfe im Raum, Google räume seiner eigenen Produktsuche “Google Shopping” eine unangemessen bevorzugte Stellung gegenüber anderen Preissuchen ein. Tatsächlich  ist “Google Shopping” (ehemals Froogle) in den Google-Suchergebnissen stets weit oben im Ranking anzufinden – meist an erster oder zweiter Stelle, gleich hinter den bezahlten Anzeigen. Die Produktsuche von Google Shopping bietet den Suchenden zusätzlich die Selektionsmöglichkeit auf lokale Anbieter – also auf Geschäfte in der Nähe, die den Artikel führen. Für Sie als Händler ist besonders interessant, dass die Nutzung von Google Shopping bisher völlig kostenlos ist. Dieser Umstand sorgt für schnell wachsende Trefferquoten und damit steigendes Interesse bei den Verbrauchern, sich bei Google Shopping umzuschauen.

Redaktions-Test

Für uns stellte sich die Frage: Lässt sich mit den oben genannten Kriterien und Statistiken wirklich eine Entscheidung für bestimmte Preissuchmaschinen ableiten? Daraufhin hat Online-Marketing-Praxis einen kleinen Test bei einer Reihe von typischen “Standard-Consumer”-Produkten durchgeführt. Ziel war es, die aktuelle Sichtbarkeit und Trefferhäufigkeit der Preissuchportale bei der Google-Suche zu evaluieren.

Dabei haben wir jeweils ein häufig nachgefragtes Produkt aus den Bereichen Garten, Haushalt, Kosmetik, Elektronik, Spielwaren, Unterhaltung / Musik, Medikamenten und Autozubehör gewählt. Statistisch abgesichert ist dieses Ergebnis nicht. Aber es zeigt eines deutlich: Daten zur Reichweite, Zugkraft, Zahl der Preise verlieren ihre Bedeutung, wenn es konkret darum geht, die richtigen Preissuchmaschinen für die eigenen Produktpalette zu finden.

Das folgendes Punktevergabe-Schema wurde zur Berechnung unseres “Sichtbarkeitsindexes” verwendet:

- 20 Punkte für einen Treffer auf Seite 1 / in den ersten 5 (organischen) Google-Suchergebnissen
- 10 Punkte für einen Treffer auf Seite 1 / in den folgenden Suchergebnissen 6-10
- 5 Punkte für einen Treffer auf Seite 2
- 2,5 Punkte für einen Treffer auf Seite 3
- 0 Punkte für alle Treffer auf Seiten 4 und höher

(Treffer, die durch bezahlte Werbung entstanden, wurden dabei nicht bewertet. eBay als Auktionshaus wurde nicht einbezogen.)

 

Das Ergebnis sah dann folgendermaßen aus:
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Kosten und Konditionen

Bezüglich der Aufnahmebedingungen bestehen große Unterschiede, so dass sich diese in einem übersichtlichen Vergleich nicht darstellen lassen. Bei Idealo ist beispielsweise vorab eine  Kononditionsanfrage auszufüllen unter Einreichung von Artikeldatei und Gewerbeschein nötig. Genauere Konditionen erhält der Händler daher erst nach Schopaufnahme. Dieses oder ähnliche Verfahren werden von einem guten Teil der Preissuchportale angewendet. In diesen Fällen differert auch der Preis, den der Händler zahlen muss, und ist insofern verhandelbar und hängt vom Interesse des Portals ab, den Händler, bzw. das Sortiment aufnehmen zu wollen.

Die überwiegende Anzahl der Portale hat zumindest ausgedehnte Nutzungsbedingungen, die gründlich gelesen werden sollten, denn bei Nichtbeachtung drohen Sperrung des Kontos, bzw. Ausschluss. In den Nutzungsbedingungen sind u. a. “Qualitätsrichtlinien” (Google shopping) gefordert, welche sich beispielsweise auf die Häufigkeit der Datenaktualisierung bezieht, oder die Mindestforderungen hinsichtlich der “sicheren Zahlungsarten” oder der Kundenrechte im Hinblick auf Rückgaberechte.

Die Gebühren-Modelle fallen recht unterschiedlich aus. Von kostenlos, Grundgebühren, Probvisonen und Cost-Per-Click-Modellen ist alles vertreten. Die Preise für die immer häufiger anzutreffende CPC-Basis variert von ca. 5ct/click bis zu 38ct/click.

Unsere Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Aus den Untersuchungen schließen wir: die Zahlen der Anbieter nutzen Ihnen in der Praxis nur wenig. Sie müssen Ihr Sortiment selber testen:

1. Wählen Sie dafür – je nach Größe Ihres Sortiments – 20 bis 50 Ankerprodukte aus. Geben Sie diese bei Google mit Begriffen wie “kaufen” oder “Preis vergleichen” ein und stellen Sie fest, welche Preissuchmaschinen für die jeweiligen Produkte unter den ersten 10 redaktionellen Suchergebnisse sind. Diese “Sichtbarkeitsanalyse” gibt Ihnen einen ersten Anhaltspunkt, welche Preissuchmaschinen für Sie relevant sind.

2. Vergleichen Sie nun die Rahmenbedingungen bei den Preissuchmaschinen wie Provisionen und Aufwand für die Datenübergabe.

3. Testen Sie, ob es möglicherweise besser ist, eine Preissuchmaschine zu wählen, die zwar niedriger im Ranking ist, aber der Wettbewerb für Ihre Produkte geringer ist.

 

 

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