Twitter – Möglichkeiten für Marketer

Von | Kategorie: Social Media Marketing

Auf den ersten Blick scheint das Microblogging-System Twitter hauptsächlich der Verbreitung von Banalitäten zu dienen. Doch richtig eingesetzt kann Twitter für das Marketing in Unternehmen nutzbringend eingesetzt werden. Schließlich sind durch eine offene Schnittstelle eine Vielzahl von Zusatzanwendungen entstanden, die die begrenzten Funktionen von Twitter stark erweitern.

twitter-symbolBeziehungen

Beziehungen – das ist das zentrale Schlagwort, mit dem sich Marketing beschreiben lässt. In diesem Artikel geht es darum, welche Aufgaben Twitter generell übernehmen könnte.

Diese Überlegungen sind als Komplementär zum ArtikelTwitter – Herausforderung für Marketing und PR zu verstehen, in dem ich argumentiere, dass für die Marketingplanung nicht die Technik, sondern das Ziel im Mittelpunkt stehen sollte.

Ich setze voraus, dass Sie sich vorab Gedanken darüber gemacht haben oder machen werden, was Sie mit welchem Ziel twittern wollen. Hier geht es darum, die Potenziale von Twitter aufzuzeigen. So wie nicht jedes Unternehmen von Google Adwords gleichermaßen profitiert, wird auch Twitter nicht für alle Branchen der ideale Ansatzpunkt sein.

Welche Aufgaben kann Twitter übernehmen?

1. Reichweite erhöhen, neue Kontakte finden
2. Informationen verbreiten
3. Marktrecherche
4. Meinungsmacher identifizieren
5. Online-Reputation beobachten

1. Reichweite erweitern

Mehr (und die richtigen) Interessenten für das Unternehmen zu finden, ist eine der Zielsetzungen des Marketings. Neben den klassischen Instrumenten finden langsam auch die sozialen Medien Beachtung, wenn es darum geht, den bisherigen Interessentenkreis zu vergrößern.

Mit Twitter ist es möglich, zusätzliche Interessenten zu generieren. Dafür ist es zunächst einmal notwendig, sich einen aussagekräftigen Twitternamen zuzulegen. Dieser kann maximal X Zeichen umfassen. Unter “Bio” (=Biografie) sollten Sie nutzenorientierte Informationen – Stichworte in 120 Zeichen – für potenzielle Leser hinterlegen.

So gewinnen Sie neue Leser für Ihre Twitterbeiträge (Tweets):

a) Voraussetzung ist, dass Sie bereits Kontakte haben, am besten über einen eigenen Newsletter. Verweisen Sie nun in Ihrem Newsletter auf Ihre Tweets. Bitten Sie Newsletterleser, die twittern, die Informationen weiterzureichen. Wenn die Information als relevant angesehen wird, wird sie nun über die Twitterkonten der Newsletterleser ein erstes Mal verbreitet. Von da aus kann Ihre Nachricht dann weitere Kreise ziehen.

b) Fügen Sie hinter jeden Artikel, den Sie auf Ihrer Website (oder Ihrem Blog) veröffentlichen, ein Logo ein, mit dem die Leser Ihren Artikel mit einem Klick in Twitter weiterempfehlen können.

c) Noch mehr mögliche “Follower” können Sie im zweiten Schritt dadurch finden, indem Sie die Kontakte Ihrer Kontakte auf Gemeinsamkeiten durchsuchen lassen. Möglich wird das durch das kostenlose Werkzeug Twubble. Twubble stellt Ihnen eine Liste potenzieller Leser Ihrer Tweets zusammen. Als erstes können Sie diesen Personen folgen und hoffen nun darauf, dass diese Ihnen wiederum folgen.

d) Sie können jedem, der Ihnen folgt, eine persönliche Nachricht über “Direct Messages” schicken. Die Willkommensnachricht können Sie auch nutzen, Ihren neuen Follower für mehr zu interessieren. Verweisen Sie zum Beispiel auf Ihre Website, Ihren Newsletter, ein E-Book oder andere für den Besucher nützliche Informationen. Dieser Dialog lässt sich wie eine Willkommensmail im E-Mailmarketing automatisieren. Ein nützliches Werkzeug dafür ist Twitterdmer. So können Sie beispielsweise direkt nach dem Abonnieren eine Nachricht wie diese schicken:

“Hallo {firstname}, danke, dass Sie mir folgen. Wenn ich mal in {location}, können wir uns ja mal auf einen Kaffee treffen.”

Wie erfolgreich Anzeigenwerbung in Twitter für Werbende ist, bleibt also vorerst noch unentschieden.

Wichtig zu wissen: es gibt immerhin schon Möglichkeiten, auch über Twitter vergleichsweise schnell Informationen zu verbreiten, ohne einen eigenen großen Anhängerkreis zu haben. Zurzeit ist allerdings das Themen- und damit das Produktspektrum vergleichsweise klein.

2. Informationen verbreiten

Haben Sie die “kritische Masse” erreicht, können Sie darauf setzen, dass sich Ihre Informationen, wenn sie relevant sind, schnell verbreiten. Doch was genau können Sie verbreiten? Im Prinzip alles. Denn dem Teaser folgt eine URL, die sowohl zu Texten als auch audiovisuellen Medien auf x-beliebigen Websites verlinken kann.

Welche Informationen über Twitter verbreitet werden, hängt von Ihrer Strategie ab. Sie können Twitter nutzen, um “hilfreiche Informationen” für Ihre Leser zu platzieren. Sie können aber auch direkt darüber verkaufen.

Ein Beispiel dafür ist DELL, die mit mehreren Twitter-Konten arbeiten. Eines davon konzentriert sich ausschließlich auf “Outlet”.

Mit fast 1,5 Millionen Followern wird der Tweet zum Verkaufskanal

  • Dell verkauft direkt über Twitter
  • Dell nutzt einen Gutscheincode und kann damit die Effizienz der Twitteraktivitäten messen
  • JetBlue Airways nutzt das Twitterkonto zur Beantwortung von Kundenfragen

 Zeitversetzt versenden

Nutzen Sie Twitter, um Sonderangebote zu bewerben, dann kann es sinnvoll sein, diese erst zu einem bestimmten Zeitpunkt zu veröffentlichen. Dieses können Sie z. B. mit Twuffer erledigen.

Mehr noch: Sie können mit diesen Werkzeugen ganze Tweet-Sequenzen vorbereiten und auf eine Zeitleiste setzen. TwitterTise hat zudem noch den Vorzug, dass es auch die Zugriffe auf die Tweets messen kann.

Noch effizienter geht die Verbreitung Ihrer Informationen, wenn Sie mehrere soziale Medien gleichzeitig bedienen können. Eines dieser Werkzeuge, das über 40 Netzwerke angeht, ist ping.fm. Nachteil für deutschsprachige Nutzer: es ist fast ausschließlich auf US-Amerika bezogen.

3. Marktrecherche

  • Wie alle (?) Werkzeuge rund um Twitter liefert Search.Twitter in Echtzeit, wer was zu einem Thema veröffentlicht hat.
  • Verlinkungen messen: Mit Backtweets können Sie zum Beispiel sehen, wer auf Ihre Website oder die Ihrer Mitbewerber verlinkt.

4. Meinungsmacher identifizieren

Schnell werden Sie feststellen, dass es bei Twitter nicht die Masse ist, die interessant ist, sondern dass es wichtig ist, diejenigen zu ermitteln, die Meinungsführer sind. Eines dieser Werkzeuge ist Twitalyzer.

Dieses Werkzeug evaluiert unter fünf Aspekten, was von einzelnen Twitterern zu halten ist in Bezug auf relevante Informationen, Veröffentlichungshäufigkeit oder Durchdringung des Netzwerks.

Einen anderen Weg wählt TweetSum . Hier werden die Follower über einen Algorithmus, den Douche Bag Index (DBI), bewertet. Je höher der DBI ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Personen eher nerven als nützliche Informationen zu liefern.

5. Online-Reputation beoabachten

Mit Twilert lassen Sie sich bequem per E-Mail informieren, was über Ihr Unternehmen, Marke oder Produkte getwittert wird. Natürlich können Sie genauso auch Ihre Mitbewerber beobachten. Sie geben die zu überwachenden Suchbegriffe ein oder schon geht’s los.

Ähnlich wie mit Twilert können Sie mit Socialmention automatisch nach bestimmten Begriffen in Microblogs generell, Bookmarks, Kommentaren und anderen informellen Medien suchen lassen. Sie erhalten dann ebenfalls eine automatische E-Mail (“Think Google Alerts but for social media”).

Fazit

Es gibt bereits jetzt ein breites Twitter-Instrumentarium, mit dem Sie viele verschiedene Marketingaufgaben erfüllen können. Zum großen Teil sind diese außerden (noch) kostenfrei. Das heißt, die finanziellen Investitionen sind nahezu Null. Jetzt sind Ihr Hirn und Herz gefragt.

 

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